Out @ Work – Homosexuallität am Arbeitsplatz
Unser Alltag wird zum größten Teil von Arbeit bestimmt. Diese füllt zumeist einen drittel des Tages aus. Grundsätzlich hat das Privatleben im Beruf wenig Platz; hier erfolgt eine Trennung. Doch ist das wirklich so? In Gemeinschaft mit Kolleginnen und Kollegen geht es in Gesprächen gelegentlich auch um das vergangene Wochenende oder auch die Abendplanung. So läßt sich das Privatleben doch nicht ganz vom Beruf trennen. Kann hier auch ein homosexueller Mensch von seinem Leben und den Unternehmungen mit dem/der Partner_In erzählen ohne eine Abwertung zu befürchten? Oder sollte er/sie das Privatleben unter Verschluss halten?
Damit stellt sich die Frage: Sind in Arbeitsstätten alle Mitarbeiter_Innen gleichberechtigt? Wir leben im Jahr 2011 in einer modernen Welt, die sich Toleranz, Freiheit und Gleichberechtigung auf die Fahne schreibt. Dementsprechend dürfte auch Homosexualität als Teil der Persönlichkeit von Mitarbeiter_Innen in Betrieben kein Problem sein.
Die Realität sieht jedoch anders aus. Während ihre Kolleginnen und Kollegen von Familien und Partner_Innen erzählen, bleiben homosexuelle Menschen zurückhaltend aus Angst vor Diskriminierung. Selbst wenn es möglich ist sich gegenüber einzelne Kolleginnen und Kollegen, mit denen ein Vertrauensverhältniss entstanden ist, zu outen, besteht am Arbeitsplatz eine ganz eigene Dynamik. Noch immer gibt es gegenüber Homosexuelle Menschen viele Vorurteile. Sie werden gemieden oder werden Opfer von unterschwellige Diskriminierung. Natürlich darf heutzutage niemand mehr aufgrund seiner sexuellen Identität benachteiligt werden. Aber hätte ein homosexueller Mensch bei einer Bewerbung die gleiche Chance wie ein heterosexueller, würde er seine sexuelle Ausrichtung in den Bewerbungsunterlagen offen legen? Werde homosexuelle Mitarbeiter_Innen ebensoschnell befördert wie ihre “normalen” Kolleginnen und Kollegen? Die Antwort auf diese Fragen lautet leider in den meisten Fällen immer noch nein. Und genau aus diesem Grund haben Homosexuelle Menschen Angst sich bei der Arbeit zu outen. Also schweigen sie. Out At Work ist nach wie vor eine Seltenheit.
Es liegt an uns, an der Gesellschaft, etwas daran zu ändern. Präsenz und Solidarität zeigen, aufklären und sich Hilfe bei Organisationen suchen, um sich gegen Diskriminierung wehren zu können sind nur einige der Möglichkeiten. Es ist wichtig die Allgemeinheit für das Thema zu sensibilisieren. Der Schwerpunkt sollte dabei nicht auf die jeweilige sexuelle Orientierung liegen, sondern auf die Qualität der Arbeit.
